Gemeinsam bei CVJM statt allein zu Hause 2016 - Zeitungsbericht

24. Dezember 2016 / Mittelbayerische Zeitung

Miteinander

An Heiligabend gab es beim Christlichen Verein Junger Menschen (CVJM) Amberg zum 49. Mal eine Weihnachtsfeier für einsame und bedürftige Menschen.

2015 Heiligabend CVJM web

AMBERG. Christbaum, Geschenke, gutes Essen, Feiern im Familienkreis, der Kirchgang und vieles mehr sind für viele Menschen an Weihnachten nur ein Traum: Die Wohnung sieht genauso aus wie an jedem anderen Tag im Jahr. Für Geschenke und gutes Essen reicht das Geld nicht, denn der Hartz-IV-Satz ist knapp kalkuliert und viele Menschen müssen von einer kleinen Rente leben, die keinen Spielraum lässt. Der Kirchgang ist für viele nicht mehr selbstverständlich und so bestimmt das TV-Weihnachtsprogramm den Tagesablauf auch an den Feiertagen. Welche Alternative hat man an Weihnachten, wenn das gesellschaftliche Leben ruht? Einige Restaurants, Kneipen und Diskotheken haben zwar geöffnet, aber es kostet Geld, diese Angebote zu nutzen.

Der Christliche Verein Junger Menschen (CVJM) in Amberg lud in seinem Haus in der Zeughausstraße heuer zum 48. Mal zu einer kostenlosen Weihnachtsfeier ein. Viele der gut 80 Gäste waren „alte Bekannte“ und kommen schon seit mehreren Jahren. Einige Besucher wurden zu Hause abgeholt, da sie den Weg nicht allein bewältigen können.

Gleich zu Beginn der Veranstaltung um 16 Uhr am Heiligen Abend erschienen die ersten Gäste, meist ältere Menschen, die von den Mitarbeitern freundlich begrüßt wurden. Ein Team aus mehr als 20 Helfern bewirtete über den ganzen Abend die Gäste und gestaltete ein weihnachtliches Programm.

Es wurden Weihnachtslieder mit Klavierbegleitung gesungen und teils lustige und besinnliche Geschichten gehört. Bei einer kostenlosen Tombola erhielten die Gäste kleine und große Geschenke – alles Sachspenden aus den verschiedensten Bereichen, die dem CVJM von Firmen und Geschäften in und um Amberg zu diesem Zweck zur Verfügung gestellt wurden.

Die Andacht des hauptamtlichen CVJM-Sekretärs Benjamin Seiler richtete die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer in diesem Jahr auf den Charakter der unerwarteten Seite von Weihnachten. So, wie die Menschen in jedem Jahr Weihnachten dann doch auf einmal überrascht, dass „schon wieder Weihnachten ist“, so sei Gottes Kommen in das Leben der Menschen oft auch überraschend, manchmal sogar sehr herausfordernd und nicht immer dann, wenn man sich das wünsche. Doch es verändert und bewirkt Wundervolles, so wie Jesu Kommen an Weihnachten in die Welt, was auch heute noch bewegt und innehalten lässt.

Die Veranstaltung endete um 22 Uhr mit der Bescherung, bei der jeder Besucher eine Tasche mit Lebensmitteln und einem christlichen Kalender erhielt. Auch heuer war diese unkonventionelle Weihnachtsfeier nur möglich, weil sich Privatleute und Firmen in Amberg und Umgebung durch Geld- und Sachspenden daran beteiligten. So konnten die Kosten gedeckt werden und viele Sachspenden an die Gäste verteilt werden. Die Organisatoren der Feier sind dankbar, dass es immer wieder möglich ist, durch die Unterstützung und Mitarbeit vieler Menschen diesen Dienst der Nächstenliebe zu leisten.