Andacht zur Weihnachtszeit 2020

Andacht zur Weihnachtszeit 2020

In diesem Jahr müssen wir in der Vorweihnachtszeit auf vieles verzichten:
keine Weihnachtsmärkte, kein Bummel mit Punsch und Bratwurstsemmeln, kein Zusammenstehen im Kreis um zu klönen. usw. ….. Wie wäre es aber wenn wir auch noch auf Geschenke zum Weihnachtsfest und auf den beliebten Christbaum verzichten müssten. Und wenn wir uns nicht unsere Familien besuchten könnten. …..                                        
Was bliebe von Weihnachten?

Ich denke, dass das zentrale Anliegen Gottes in dieser Situation noch klarer ist, so wie es 1. Johannes 4 Vers 9 steht: Gottes Liebe ist für alle sichtbar geworden, als er seinen einzigen Sohn in die Welt sandte. Gott ist die Liebe in Person. Er hat es sich das Beste kosten lassen: Sein Sohn Jesus kam zu uns. Er hatte es nicht nötig Jesus zu senden.                         

Aber jeder Mensch auf dieser Erde, auch du und ich, ist Gott so wichtig, dass er in unsere gefallene Welt kommt. Nicht mit Glanz und Gloria in einem Königsschloss oder zumindest in das Haus eines Adeligen. Nein, er kam in einem dreckigen Stall zur uns!      

In alledem spiegelt sich die Liebe Gottes zu uns Menschen. Jesus ist konsequent seinen Niedrigkeitsweg gegangen bis zu seinem Lebensende. Er hatte kein Zuhause, er hatte kein Bett zum Schlafen, er lebte von dem was ihm die Menschen zur Nahrung und zum Anziehen gaben. Warum? Das steht im 1. Johannes 4: damit wir durch Christus ein neues Leben bekommen! Nur aus Liebe Gottes zu uns Menschen hat er diesen Armutsweg gewählt. Dafür erhalten wir ein ganz großes Geschenk: wir bekommen ein neues und ewiges Leben. Durch das Kommen Jesu auf diese Erde wurde es realisiert!                    

Und weiter lesen wir im 1. Johannesbrief: Das Einzigartige an dieser Liebe ist: nicht wir haben Gott geliebt, sondern er hat uns seine Liebe geschenkt! Er gab uns seinen Sohn, der alle Schuld auf sich nahm, um uns von unserer Schuld freizusprechen. Diese allumfassende Liebe, die nicht auf sich schaut, sondern auf uns schaut um uns von unserem bisherigen oft egoistischen Leben herauszureißen und eine neue Zukunft zu schenken, ist das eigentliche Ziel eines jeden Weihnachtsfestes. 

Damit ist Weihnachten noch nicht zu Ende. Es heißt nämlich im nächsten Vers 1.Johannes 4 Vers 11: Meine Freunde, wenn uns Gott so sehr liebt, dann müssen auch wir einander lieben. Wir dürfen von der Liebe mit der uns Gott liebt etwas an unsere Nächsten weitergeben. Wir praktizieren das am Hl. Abend im CVJM seit Jahren. Wir laden Alte und Einsame zu uns ein um für sie da zu sein. Gespräche führen, bewirten und auch beschenken gehören dazu. Wir wollen ganz praktisch das umsetzen, dass wir ein wenig von der Liebe, mit der uns Gott liebt an andere weitergeben. Dabei haben die Mitarbeiter sehr oft erlebt, dass sie beschenkt wurden durch die Menschen die eigentlich ganz wenig haben, aber doch mit Worten und Gesten ihre große Dankbarkeit zum Ausdruck bringen. 

Ich hoffe und wünsche, dass dieser Liebeseinsatz sich nicht nur auf Weihnachten beschränkt, sondern auch unseren Alltag bestimmt.

Ein Dichter, Clemens von Brentano, hat es so ausgedrückt:                                                                                                                             

Die Liebe allein versteht das Geheimnis,                                                                                                       
andere zu beschenken und dabei selbst reich zu werden.

Amberg, 10.12.2020 

Dieter Münch